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Gelungenes Gemeinschaftsprojekt zum Erhalt der Artenvielfalt

Anja Tepe, Judith und Benjamin Bestier, Jonah Eibrink, Björn Schütte und Josch Krause bei der Anbringung der Nistkästen.

Der Gartenrotschwanz ist ein etwa finkengroßer Vogel mit roter Brust, rotem Rücken und schwarzem Kopf. Im April kommt er aus seinem Überwinterungsgebiet südlich der Sahara nach Deutschland, wo er lichte Altholzbestände aufsucht, um in Halbhöhlen oder im Freien zu brüten. Als Insektenfresser ist er dabei auf eine hohe dichte an Nahrungsinsekten angewiesen, die er als „Ansitzjäger“ häufig am Boden erbeutet. Am günstigsten ist eine vielfältige Pflanzenwelt mit unterschiedlich hohen Vegetationsstrukturen, wobei offene Bodenstellen mit niedriger Vegetation eine wichtige Bedeutung für die Wahl des Brutplatzes haben (offene Sandflächen im Bereich der abgerissenen Garagen). In NRW sind die Bestände des Gartenrotschwanzes aufgrund von Nahrungs- und Brutplatzverlusten seit Jahrzehnten stark rückläufig. Für Münster gibt es keine genaue Bestandserfassung des Gartenrotschwanzes, jedoch wird die Anzahl der Brutpaare nach Hinweisen aus dem Portal „Ornito“ auf etwa 10 bis maximal 20 Brutpaare im gesamten Stadtgebiet geschätzt (Auskunft der NABU Naturschutzstation Münsterland). Umso erfreulicher ist es, dass sich auf dem eichenbestandenen Gelände der ehemaligen York-Kaserne ein Gartenrotschwanzpärchen angesiedelt hat und dieses Jahr erfolgreich am Wiegandweg in einem Mauerseglerkasten brüten konnte.

Wir konnten zu diesem Erfolg beitragen, denn nach einem Hinweis der Anwohnerin haben wir 2017 mit sieben Nistkästen zum Erhalt der Starenpopulation am Wiegandweg unterstützt.

Die Kästen wurden in Zusammenarbeit mit den Nachbarn, dem NABU und der freiwilligen Feuerwehr Gremmendorf angebracht - konnte sich sehen lassen. Alle fünf Starenkästen sowie die beiden Mauerseglerkästen wurden in den folgenden beiden Jahren intensiv angenommen. Bewohner waren neben den Staren auch Mauersegler, Kleiber und in diesem Jahr nun auch der Gartenrotschwanz.

Das haben wir zum Anlass genommen, eine weitere Nistkastenbestellung ebenfalls zu sponsorn. Die 8 Gartenrotschwanzkästen wurden am ersten Sommerwochenende von den Mietern der Britenhäuser und ihren Nachbarn in einer gemeinschaftlichen Aktion angebracht. Hierfür waren zwei Leitern erforderlich, da sich die 5,6 kg und 6,7 kg schweren Kästen nicht ganz einfach aufhängen ließen. Die Freude über die neuen Kästen ist groß und alle sind gespannt, welche Bewohner sich in den kommenden Jahren dort einfinden werden.

Voraussetzung für eine wachsende Artenvielfalt wird neben der Schaffung der geeigneten Nistplätze auch eine naturnahe Gestaltung der Gärten und dem angrenzenden Kasernengelände sein, sowie ein konsequenter Verzicht auf Insektizide, die allen Vogelarten die Nahrungsquelle zur Jungenaufzucht rauben. Der Erfolg aus 2017 lässt jedoch Gutes erahnen, denn wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg!