Gremmendorf
Vom Randgebiet zum Zukunftsraum
Zwischen Hafen und Zukunft
Der Stadtteil Münster-Gremmendorf beginnt bereits hinter Münsters Hafen – genauer gesagt: auf der Kanalbrücke am Gasometer. Und doch fühlte sich Gremmendorf lange Zeit weiter entfernt an, als es tatsächlich ist. Zwischen der Kernstadt und dem Südosten Münsters lag über Jahrzehnte eine städtebauliche Leerstelle: das riesige Areal, auf dem seit 1945 die Britische Rheinarmee stationiert war.
Die Chance des Aufbruchs
Erst mit dem Abzug der britischen Streitkräfte eröffnete sich die Chance, diese Lücke im Stadtbild Schritt für Schritt zu schließen. Was lange als trennendes Element wirkte, wurde zur Grundlage einer umfassenden städtebaulichen Entwicklung und einer neuen Verbindung zwischen Innenstadt und Südosten.
Die Loddenheide als Wachstumsmotor
Den Anfang machte die Loddenheide. Das frühere Flugfeld und spätere Barackenareal entwickelte sich rund um den neu angelegten Friedenspark zu einem dynamischen Standort für Unternehmen, Forschung und qualifizierte Arbeitsplätze. Aus einem abgeschotteten Militärgelände wurde ein lebendiger Wirtschaftsraum – und damit ein wichtiger Impulsgeber für Münsters Südosten.
Das York-Quartier: Wohnen für die Zukunft
Mit dem York-Quartier setzt sich diese Entwicklung nun konsequent fort. Auf dem ehemaligen Kasernengelände entsteht neuer Wohnraum für unterschiedliche Lebensentwürfe: für Familien, Singles, ältere Menschen und gemeinschaftliche Wohnformen. Gleichzeitig wächst hier ein Quartier, das Wohnen, Grünflächen, Mobilität, soziale Infrastruktur und Nachbarschaft neu zusammendenkt.
Ein Stadtteil wächst zusammen
Gremmendorf rückt damit näher an die Stadt heran – räumlich, städtebaulich und im Bewusstsein der Münsteranerinnen und Münsteraner. Was früher wie eine Grenze wirkte, wird heute zur Verbindung: zwischen Hafen und Loddenheide, zwischen gewachsener Nachbarschaft und neuen Quartieren, zwischen Geschichte und Zukunft.
Entwicklung mit Perspektive
Die Entwicklung Gremmendorfs zeigt beispielhaft, wie aus ehemals militärisch genutzten Flächen neue Stadträume entstehen können. Orte, die lange verschlossen waren, öffnen sich für die Stadtgesellschaft. Aus Brache wird Perspektive, aus Randlage wird ein wachsender, lebendiger Stadtteil mit eigener Identität.
Entwicklung
York-Kaserne
Konversion der ehemaligen britischen Kasernen
Nach dem endgültigen Abzug der britischen Streitkräfte aus Münster im Jahr 2012 konnte die Stadt Münster von der Option des Erstzugriffs für den Ankauf der Bundesliegenschaften Gebrauch machen. Mit intensiver Bürgerbeteiligung hat die Stadt auf den Arealen der ehemaligen York-Kaserne in Gremmendorf und der ehemaligen Oxford-Kaserne in Gievenbeck städtebauliche Planungen für die Umstrukturierung zu integrierten Stadtquartieren durchgeführt.
Die Rolle der KonvOY GmbH
Für eine zügige, koordinierte Entwicklung der Kasernenflächen wurde die Entwicklungsgesellschaft KonvOY GmbH als 100%ige Tochter der Stadt gegründet. Die ehemaligen Flächen des Bundes sind unter dem Dach des „Konzerns Stadt Münster“ in überwiegenden Anteilen in das Eigentum der KonvOY, die Gemeinbedarfsflächen in das Eigentum der Stadt Münster und die übrigen Baugebietsflächen in das Eigentum der Wohn + Stadtbau GmbH übergegangen.
Bürgerbeteiligung und städtebauliches Konzept
Nach intensiven Beratungen mit Bürgerinnen und Bürgern über die Gestaltung des neuen Quartiers und einem städtebaulichen Wettbewerb entwickelte das Architekturbüro LorenzenMayer Gestaltungsleitlinien, die als Grundlage für die aktuellen Arbeiten und für die Vergabe der einzelnen Baufelder dienen.
Quartierskonzept York
Kernpunkte dabei: Die Erhaltung von ausreichend Freiraum und die Schaffung hochwertiger Freizeitflächen für ein lebenswertes, urbanes Umfeld. Durch die Mischung der Bestandsbauten mit integrierten Neubauten entsteht eine harmonische architektonische Vielfalt. Anstatt eines reinen Wohnquartiers sind mit Kindertagesstätten,einer Grundschule, Spielplätzen, dem Bürgerhaus und Gewerbe- sowie Büroflächen auch Orte der Interaktion im Quartier vorgesehen, sodass es sich lebendig in den bestehenden Stadtteil eingliedert. Und selbstverständlich sorgt im gesamten Quartier das Prinzip der Sozialgerechten Bodennutzung Münster für ausreichend bezahlbaren Wohnraum und eine lebendige soziale Mischung.
Vergabe der Baufelder
Die Bauaufgaben für die unterschiedlichen Teilquartiere werden per Konzeptvergaben entschieden – damit steht nicht nur der Preis, sondern vor allem die inhaltlich-konzeptuelle Planung für die zu bebauenden Grundstücke im Fokus. So erhalten visionäre, wegweisende Konzepte, die das York-Quartier nachhaltiger, sozialer und urbaner gestalten, einen deutlichen Vorteil.