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Quartiersentwicklung Aaseestadt

Im Rahmen des Audits „Generationengerechtes Wohnen im Quartier Aaseestadt“ hat die Wohn + Stadtbau eine Bestandsanalyse mit dem Fokus auf die Generationengerechtigkeit und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner vorgenommen.

Ziel war es, den Handlungsbedarf in der Aaseestadt zu erkennen und eine Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen für alle Generationen im Quartier zu erarbeiten. Hierbei geht es vor allem um die Fragestellung, wie ein Quartier für Jung und Alt,  Frauen und Männer, Familien- und Single-Haushalte für alle Lebensphasen gestaltet werden muss, um ein möglichst langes, harmonisches und eigenständiges Leben im Quartier zu gewährleisten.

Damit Sie über den aktuellen Stand und die Veränderungen des Projektes informiert sind, haben wir auf dieser Projektseite für Sie die drei wichtigen Fragen "Warum, Was und Wann?" beantwortet!

Warum?

WARUM in der Aaseestadt?

Das Viertel ist bei den Bewohnerinnen und Bewohnern aufgrund vieler Faktoren äußerst beliebt. Dazu zählt vor allem der besondere Charme und daher kommt für viele das Wegziehen, auch nicht im Alter, in Frage. Umso wichtiger ist es, dass wir die Aaseestadt an die Ansprüche der Mieterinnen und Mieter anpassen, um das Leben für alle Generationen so angenehm wie möglich zu gestalten.

Aaseestadt heute

  • Audit "Generationengerechtes Wohnen im Quartier"

    Was muss man also tun, um in einem Quartier Menschen mehrerer Generationen zu vereinen?

    Antworten erarbeitet die Wohn + Stadtbau zurzeit im Rahmen des „Audits Generationsgerechtes Wohnen im Quartier“ (AGWiQ). Ziel ist es, die Lebensqualität für alle Generationen in der Aaseestadt zu steigern. Im November 2017 haben wir das Zertifikat des Audits erhalten und befinden uns in den Anfängen der Umsetzungsphase. Das Audit wurde initiiert von den Kooperationspartnern Bertelsmann Stiftung, Familiengerechte Kommune e. V., Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW), NRW.Bank, Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr und Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter.

  • Wohnungsangebot

    Rund 40 Prozent unserer Mieterinnen und Mieter wohnen seit mehr als 20 Jahren in der Aaseestadt. Darüber freuen wir uns sehr und möchten, dass das so bleibt!

    Der Großteil der Wohnungen besteht aus 3 - 4 Zimmern, die aber mittlerweile für einige Bewohnerinnen und Bewohner zu groß sind, da zum Beispiel die Kinder ausgezogen sind. Der Wunsch nach einer kleineren, dem Alter entsprechenden Wohnung, ist da. Der Wunsch ist jedoch auch mit Ängsten verbunden, in ein neues und fremdes Umfeld ziehen zu müssen. Die Wohnungsnot in Münster verschärft zusätzlich die Situation angemessenen Wohnraum zu finden, der gleichzeitig bezahlbar bleibt.

  • Barrieren

    Die Aaseestadt ist demografisch gesehen eines der ältesten Viertel in Münster. Alleine die Gruppe der über 80-jährigen ist im letzten Jahr um ca. 3 Prozent gestiegen. Barrierefreiheit ist jedoch nicht gegeben und so sind sogar die Wohnungen im Erdgeschoss nur über 3 - 5 Stufen zu erreichen.

  • Gartenstadt

    Die Aaseestadt bietet Wohnraum in einer guten, lebenswerten und vor allem grünen Lage. Die zahlreichen Grünflächen könnten durch Sitzgelegenheiten zukünftig besser genutzt werden und mehr Räume für Begegnungen schaffen.

  • Energieeffizienz

    Die in den 60er Jahren gebauten Wohnhäuser entsprechen nicht mehr den energetischen Standards und sind nicht klimafreundlich. So sind beispielsweise die Fassaden nicht gedämmt.

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Was?

WAS passiert in der Aaseestadt?

Da es sich bei der Aaseestadt um ein lebenswertes Quartier mit vielen unterschiedlichen Ansprüchen handelt, haben wir uns dazu entschieden einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben, um ein bestmögliches Ergebnis für alle Beteiligten zu erreichen. Aktuell arbeiten die Teilnehmer des städtebaulichen Wettbewerbes an den vielseitigen Anforderungen, die wir Ihnen mit auf den Weg gegeben haben.

ZIELE

  • Wohnungsmix

    Ein Mix aus unterschiedlichen Wohnungsgrößen soll gewährleisten, dass alle Zielgruppen in der Aaseestadt gut versorgt sind. Single- und Familienwohnungen mit Größen zwischen 47 und 107 m² sollen für möglichst jeden Geldbeutel im Quartier entstehen. Darüber hinaus kann die Durchmischung des Quartiers durch die Errichtung einer Kita und seniorengerechtes Wohnen erhöht werden.

  • Barrierefreiheit

    Neben der Wohnungsgröße ist die Barrierefreiheit ein wichtiges Ziel, denn nur so ist es unserern immer älter werdenden Mieterinnen und Mieter auch auf Dauer möglich in der Aaseestadt zu wohnen. Barrierearme, großzügige Treppenhäuser und Aufzüge sind komfortabel und kommen der gesamten Hausgemeinschaft zugute. Aber auch ebenerdige Duschen sollen den Alltag erleichtern.

  • Wohnumfeldgestaltung

    Die Aaseestadt ist ein grünes Viertel und so soll es auch bleiben. Durch Kinderspielflächen, Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten und Mietergärten sollen die Grünflächen mehr genutzt und das Zusammenleben dadurch bereichert werden. Zusätzliche Abstellflächen für Fahrräder, die teilweise auch überdacht oder abschließbar sind, sollen Ordnung und Sicherheit gewährleisten. Stellplätze für Autos und Müllcontainer sollen dagegen konsequent unter die Erde verlegt werden, um die kostbare Fläche für andere Nutzungen zu erhalten.

  • Energetische Sanierung

    Neubau und Sanierung wird den energetischen Standard der Gebäude in der Aaseestadt deutlich verbessern. Moderne Dämmung, Fenster und Türen senken z. B. die Heizkosten und schaffen eine rundum bessere Wohn- und Lebensqualität.

  • Bezahlbarer Wohnraum

    Die Aaseestadt soll auch zukünftig ein bezahlbares Zuhause vieler Menschen bleiben und werden. Luxuswohnungen wird es im Zuge der Quartiersentwicklung nicht geben. Zudem wird ein großer Teil der neu erstellten Wohnungen öffentlich gefördert errichtet.

Fotostrecke


Wann?

WANN geht es los in der Aaseestadt?

Bis zu der Umsetzung des generationengerechten Quartiers dauert es noch eine Zeit, denn vor Beginn der Maßnahme müssen noch viele Entscheidungen getroffen werden. Auf Grundlage der Ergebnisse des Architktenwettbewerbs muss u. a. ein Bebauungsplan mit der Stadtverwaltung erarbeitet und dann vom Rat beschlossen werden. Bei diesem Prozess findet eine Bürgerbeteiligung statt. Die bauliche Umsetzung wird somit nicht vor 2023 erfolgen.

Vorgehen

  • Städtebaulicher Wettbewerb

    Nach einer Informationsveranstaltung für alle Beteiligten im Mai 2018, ist der städtebauliche Wettbewerb zur Ideenfindung für die Aaseestadt gestartet. Ideen von neun Architekturbüros wurden eingereicht, die das Zusammenleben im Quartier für alle Generationen weiter verbessern sollen. Die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs vom 21.08.2018 finden Sie nachfolgend unter "Wettbewerbsergebnisse".

  • Neubau Boenhoefferstraße

    Im Vorfeld der Quartiersentwicklung planen wir schon jetzt einen einzelnen Neubau mit 16 barrierefreien Wohnungen auf dem heutigen Garagenhof an der Bonhoefferstraße zu errichten. Ein Großteil der Wohnungen ist öffentlich gefördert geplant. Der Neubau wird schon nach den Vorgaben des Audits gebaut. Zudem soll unter dem Gebäude eine neue Tiefgarage entstehen. Den bisherigen Mieterinnen und Mietern der Garagen, wird in der neuen Tiefgarage ein Stellplatz angeboten.

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Wettbewerbsergebnisse

1. Preisträger

LK | Architekten Regina Leipertz und Martin Kostulski Partnergesellschaft, Köln

Architektin Regina Leipertz |Architekt Martin Kostulski

Mitarbeiter: Christoph Wieczorek, Marie-Luise Sieber

 * * *

Beurteilung des Preisgerichts

Dieser Entwurf erhält den überwiegenden Teil des Gebäudebestandes (Mitte und Ostseite). Er verfolgt das Thema Nachverdichtung konsequent und nahezu sprichwörtlich durch eine Verzahnung von Alt und Neu. Die Einfügungen verhalten sich wie selbstverständlich innerhalb des Gesamtkontextes der Aaseestadt durch Aufnahme der Zeilenstruktur. Im mittleren Bereich erfolgt dies durch raumbildende zweigeschossige Zeilen; addiert werden zwei- bis fünfgeschossige Neubauten auf der Westseite.

Qualitätvoll ist die zurückhaltende Höhenentwicklung der Neubauten in der Mitte. Gegenüber dem Grünzug ist die bis zu fünfgeschossige Bebauung verträglich; sie stellt eine lineare Fortsetzung des Zeilenthemas aus der Mitte dar, die mit Kopfbauten abschließt. Der Entwurf zeichnet sich insgesamt durch eine relativ hohe Dichte aus. Damit ist die Herausforderung verbunden, auf den reduzierten Freiflächen eine hohe Qualität zu erzielen.

Der Entwurf erhält im östlichen Teilbereich durch den Erhalt der Bestandsbebauung auch den vorhandenen Baumbestand. In der Mitte und im Anschluss an den städtischen Grünzug kann der Baumbestand leider nicht erhalten bleiben; er weicht hier zugunsten einer Neugestaltung der Freiflächen. Dabei wird die Aneignung gut für private Nutzungen ermöglicht. Die geplante fünfgeschossige Bebauung rückt im Westen punktuell nah an den städtischen Grünzug heran und kann hier zu Konflikten mit dem altem Baumbestand führen.

Zur Verbesserung des Kleinklimas, der Retention und der städtebauliche Qualität wären Gründächer - zumindest bei den zweigeschossigen Gebäuden - wünschenswert.

Zwischen den Neubau- und Bestandszeilen entstehen Gemeinschaftsflächen, die sowohl der Erschließung als auch dem Aufenthalt dienen. Hier mindert die oberirdische Anordnung einiger Pkw-Stellflächen die Qualität und die Sicherheit.

Das Bebauungskonzept lässt sinnvolle Bauabschnitte zu. So können aufwändige Umzugsketten vermieden und Nachbarschaften erhalten werden.

Die verkehrsplanerischen Belange sind in dieser Arbeit gut dargestellt. Dennoch wird u. a. die vorgeschlagene Anordnung der Besucherstellplätze kritisiert.

  • 2. Preisträger

    PFEIFFER · ELLERMANN · PRECKEL GmbH, Münster

    Architekt Peter Zipp

    Mitarbeiter: Simon Feldhaus, Talitha Mutiara, Jaqueline Statnik, Luisa Hürmann, Susana Santos

    * * *

    Beurteilung des Preisgerichts

    Der Entwurfsverfasser schafft es mit geringen Eingriffen in den Bestand Alt und Neu qualitätvoll miteinander zu verbinden. Der Entwurf lässt viele Bestandsgebäude unangetastet und ergänzt intelligent an den Kopfgebäuden, verdichtet hier relativ behutsam nach. Die Form und Fassadenmaterialien werden vom Bestand übernommen, das Erschei-nungsbild der Neubauten passt sich ein. Die für die Bewohner gewohnten An- und viele Aussichten bleiben er-halten. Die Außenräume werden durch neue Hofbildungen an der Leuschnerstraße und Wegebeziehungen auf-gewertet.

    Die vorhandene Grünsubstanz kann durch den weitgehenden Erhalt der vorhandenen Gebäudesubstanz zu großen Teilen erhalten bleiben. Durch die Neugestaltung der Freiflächen in den entstehenden Hofsituationen wird der Freiraum aufgewertet und das Quartier miteinander vernetzt, eine differenzierte, konzeptionelle Freiraumge-staltung wird allerdings vermisst.

    Vorgeschlagen werden dem Bestand entsprechende einfache, klare und leicht umsetzbare Baukörper. Die drei quer zu den Zeilen angeordneten Baukörper sind städtebaulich aufgrund ihrer Traufständigkeit und Geschossigkeit markant. Die durch die Gebäudehöhen zu erwartende Verschattung wird kontrovers diskutiert. Auch wird die dreifache Wiederholung der -zu gering dimensionierten- Tordurchfahrten kritisiert, so nachvollziehbar das Spiel mit ‘Enge‘ und ‘Weite‘ auch ist, die gewünschte Aufenthaltsqualität für die Bewohner lässt sich aus der Darstellung nur schwer herauslesen. Aus den neuen Höfen soll eine spannende Sichtachse mit Fokus auf die St. Stephanus Kirche entstehen.

    Der vorgeschlagene Standort für die Kita und die Seniorenwohnungen ist grundsätzlich vorstellbar, ob allerdings dafür eine der ‚Bestandszeilen‘ geopfert werden muss, wird unterschiedlich bewertet.

    So stimmig das nachverdichtete Quartier im Modell wie im Lageplan auch wahrgenommen wird, der Richtungs-wechsel durch die mittig angeordneten drei markanten Neubauten, wird die bislang gewohnte Durchlässigkeit im Gefüge deutlich verändern.

    Aus verkehrsplanerischer Sicht wird kritisiert, dass die Lichtraumprofile der ‘Brückendurchfahrungen‘ im Zuge der Leuschnerstraße nicht ausreichend dimensioniert sind, dass Fahrrad- / Kfz-Stellplätze nicht nachgewiesen wurden und eine Wendeanlage im Zuge der Leuschnerstraße fehlt.

  • 1. Rundgang

    3pass Architekten Stadtplaner PartmbB Kusch Mayerle, Köln

    Architektin Stadtplanerin Bauassessorin Judith Kusch | Architekt M.Sc. Jens Mayerle

    Mitarbeiter: Architektin Sonja Noßuta, MSc. Architektin Veronika Howe, Architektin Monika Kehnen de Tintis

    Kresings Architektur GmbH, Münster

    Architekt Rainer Kresing | Architekt Kilian Kresing

    Mitarbeiter: Architektin Liana Laios, Ida Wilmsen, Tim Sommer

    Umgebungsplaner: DSGN Concepts, Filip Labovic Ingo Naschold

    farwick + grote ARCHITEKTEN BDA STADTPLANER, Ahaus

    Heiner Farwick Architekt BDA | Dagmar Grote Architektin BDA

    Mitarbeiter: Architektin Lena Schüttken, Ing. Raumplanung Alexander Guttek, MA. Architektin Tanja Rudde, MA. Architektin Wilma Karakac, BA. Raumplaung Katrin Witte  

    Modellbau: Ahlemann Modellbau

  • 2. Rundgang

    BURHOFF und BURHOFF Architekten Partnerschaft mbB, Münster

    Architektin BDA Beate Burhoff | Architekt BDA Klaus Burhoff

    Mitarbeiter: Alexandre Berianidze

    Fritzen + Müller-Giebeler Architekten, Ahlen-Vorhelm

    Architekt BDA Matthias Fritzen 

    Mitarbeiter: BSc. Sebastiano Stila, BA. Constanze Schmidt, Luisa Schmidt  

    behet bondzio lin architekten GmbH & Co. KG, Münster

    Architekt Martin Behet | Architekt Roland Bondzio

    Mitarbeiter: Pavla Briksova, Ismaeel Hosseini, Yun Li

    Landschaftsplaner: SAL Landschaftsarchitektur GmbH, Stefan Bracht, Gregor Schulze

    htarchitektur, Münster

    MA Architektin BDA Henrike Thiemann 

    Mitarbeiter: Architektin Nicola van Waegeningh, Architektin Dinah Pretzel, cand. Arch. Anna-Lena Döpper, Paulo Suarez

    Landschaftsplaner: Laura Heuschneider, Heuschneider Landschaftsarchitekten PartG mbB

    Modellbau: Jürgen Ahlemann, Ahlemann Modellbau

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